side-area-logo
Foto Valentin Schwarz

Valentin Schwarz – Der junge Regisseur und der Ring

Regisseur Valentin Schwarz ist einer der jüngsten Regisseure und bringt mit seiner Inszenierung vom Ring des Nibelungen in diesem Jahr frischen Wind auf den grünen Hügel.

Katharina Wagner hält ihn für einen der begabtesten und vielversprechendsten jungen Opernregisseure, die es gibt. Denn trotz seiner jungen Jahre hat sie Valentin Schwarz das Kernstück der Festspiele anvertraut: die Inszenierung des Mega-Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ mit seinen vier Opern und insgesamt 15 Stunden Spielzeit.

Steckbrief Valentin Schwarz

Valentin Schwarz‘ Werdegang

Dass der Österreicher ein Ausnahmetalent in seinem Fach ist, wurde schon während seines Studiums klar. Mit gerade einmal zwanzig Jahren debütierte Valentin Schwarz mit Claude Debussys „Le Martyre de Saint Sébastien“. Zwei Jahre später schloss er sein Studium nicht nur mit Franz Lehárs Operette „Giuditta“, sondern auch mit Auszeichnung ab. Seit dem konnten Opernbegeisterte Inszenierungen des Regisseurs in verschiedenen Opernhäusern Deutschlands, Österreichs und Frankreichs beiwohnen.

So wurde die Festspielleiterin von Produktionen wie Mauricio Kagels „Mare Nostrum“ an der Oper Köln von dem Regie-Talent überzeugt: Valentin Schwarz war ihr Wunschkandidat für den Ring. Und nach einigen Unwägbarkeiten aufgrund der Ereignisse der letzten beiden Jahre ist der 33-jährige nun der zweitjüngste Regisseur, der die Tetralogie je inszenieren durfte.

Lediglich Patrice Chéreau war 1976 noch zwei Jahre jünger, als ihm der Ring anvertraut wurde. Allerdings musste Valentin Schwarz wegen der Pandemie ganze zwei Jahre länger warten als ursprünglich angedacht. Statt schon 2020 – dann wäre er ebenfalls 31 gewesen – feiert seine Version des Rings erst in diesem Jahr seine Premiere. „Das Konzept, das große Ganze, die erfundene Welt auf der Bühne, das alles steht seit langem“, aber durch die Verschiebung blieb dem Regisseur nun noch etwas mehr Zeit für ergänzende Ideen. „Der ‚Ring’ arbeitet in einem weiter und an den tausend Details, die eine Inszenierung ausmachen, feile ich mit großer Freude immer weiter!“

Foto Aufführung vom Ring

Valentin Schwarz über den Ring 2022

Nun ermöglicht Valentin Schwarz den Zuschauer:innen einen ganz neuen Blick auf den Ring des Nibelungen: eine Inszenierung im Stil einer Netflix-Serie. „Der ‚Ring’ ist wie eine fesselnde vierteilige Serie aufgebaut, der man sich innerhalb einer Woche hingibt. Dazu kommt, dass quasi alle Figuren mehrmals auftauchen und uns über die Generationen hinweg begleiten – es geht um individuelle Schicksale im Hier und Heute innerhalb einer Großfamilie“, sagte er im Interview.

„Alles muss zusammenpassen! Richard Wagner hat den ‚Ring’ ja aus verschiedensten Quellen mit einigen Ungereimtheiten quasi zusammengebaut. Für uns war es eine große Motivation, ein paar lose Enden der Geschichte aufzugreifen und szenisch überraschend fortzuführen“, war der Anspruch von Valentin Schwarz bei der Erarbeitung seiner Inszenierung.

Damit alles so umgesetzt werden kann, wie der junge Regisseur es sich vorstellt, ist ein ganzes Team nötig: „Der ‚Ring’ ist ein Mammutprojekt, das erfordert immens viel Manpower. Entsprechend wird der Teamgedanke bei uns ganz großgeschrieben. Es geht nicht ohne die Leistung und Unterstützung jedes/jeder Einzelnen. Dieser Zusammenhalt hilft auch über manche anstrengenden Phasen hinweg!“ Und besonders während der letzten zwei Jahre gab es zu viele dieser schwierigen Phasen. „Man nimmt es nicht mehr für selbstverständlich, dass Kultur stattfinden kann. Umso glücklicher bin ich, dass alle zusammenstehen und so viel Herzensblut investieren, den ‚Ring’ auf die Bühne zu
bringen und den Mythos durch das Musiktheater als Leitmedium der Gesellschaft wieder neu zu etablieren.“

Für Valentin Schwarz geht es bei seiner Inszenierung „nicht um Theaterauftritte, sondern um individuelle Biografien, darum, den Figuren dabei zuzusehen, wie sie altern.“ (dpa) Dass sein eigenes Alter bei dieser Aufgabe eine Rolle spielt, bezweifelt der 33-jährige: „Ich denke, mein Blick auf den ‚Ring’ ist altersunabhängig, schließlich hat jeder eine Familie und kann sich so mit den Konflikten auf der Bühne gut identifizieren!“

Bei Valentin Schwarz‘ eigener Biografie ist noch lange kein Ende in Sicht. Denn eins scheint sicher: die Opernwelt wird auch in Zukunft noch viel von dem Regie-Talent zu sehen bekommen.

Foto Szene vom Ring
[ult_buttons btn_title=“Zurück zur Startseite“ btn_link=“url:https%3A%2F%2Fwww.richards-magazin.de%2F||“ btn_size=“ubtn-large“ btn_title_color=“#ffffff“ btn_bg_color=“#b8a16b“ btn_icon_pos=“ubtn-sep-icon-at-left“]
Empfehlen
Share
Getagged in